Das Schmelzen und Legieren gehört seit jeher zu den Kernkompetenzen von Heraeus. So stehen heute Induktionsschmelzanlagen (zu betreiben an Luft, Schutz- oder Reaktionsgas sowie unter Vakuum), Strangußanlagen und ein Vakuumlichtbogenofen zum Erschmelzen von Standard- und Sonderlegierungen zur Verfügung. Eines der Highlights ist jedoch die Elektronenstrahlschmelzanlage.
Mit dem Elektronenstrahlschmelzen stellte Heraeus bereits ab 1950 hochreine Refraktärmetalle wie Tantal, Niob und seine Legierungen her. Dabei wird das Metall im Hochvakuum mit Elektronenstrahlen beschossen. Durch diesen Beschuß schmilzt das Metall und Verunreinigungen verdampfen, so dass das Basismetall durch den Schmelzprozeß gereinigt wird. Je nach Art des zum Einsatz kommenden Basismaterials finden hier Temperaturen bis zu 3.000°C Anwendung. Dieser Prozess kann mehrfach wiederholt werden, bis die gewünschte Reinheit erreicht ist. Mit einer der größten Elektronenschmelzanlagen Europas produziert Heraeus heute eine der reinsten Niobqualitäten weltweit, zum Beispiel für Supraleiteranwendungen in der Hochenergiephysik.
Neben dem Reinigungsschmelzen verwendet Heraeus die Elektronenstrahlanlage auch zum Legieren und Dotieren zum Beispiel von Niob und Zirkon. Aus den Schmelzblöcken entstehen dann Drähte, Stifte, Rohre oder Formteile.
Heraeus schmilzt heute neben Reinniob und Niob-Zirkon auch Tantal, Tantal-Wolfram, Molybdän und Hafnium. Kundenspezifische Produktlösungen stehen hierbei im Focus. Präzisionsteile aus Sondermetallen werden in der Lichttechnik und Elektronik eingesetzt.