Heraeus verfügt über verschiedene Oberflächenbehandlungsmethoden, die zur Einstellung einer definierten Oberfläche dienen. Dies sind:
1. Gleitschleifen:
Gleitschleifen ist ein auf chemisch-mechanischer Grundlage arbeitendes Verfahren zur Oberflächenbearbeitung. Die Werkstücke und Schleifkörper (Chips) werden zusammen in den Arbeitsbehälter der Maschine mit einem Gemisch und Wasser als Schüttgut gegeben. Eine Relativbewegung wird durch das Rotieren des Arbeitsbehälters erzeugt. Durch diese Bewegung wird der Materialabtrag am Werkstück hervorgerufen.
Heraeus setzt zwei Arten des Gleitschleifens ein: Das Trommelgleitschleifen, das vorzugsweise bei großen Mengen verwendet wird und das Vibrationsgleitschleifen bei Kleinmengen.
Trommelgleitschleifen
Bei dem Trommelgleitschleifen werden die Werkstück in einen liegenden oder geneigten Behälter gegeben, der sich um seine Längsachse dreht. Die Drehzahl hat einen Einfluss auf die Oberflächengüte. Durch das Erhöhen der Drehzahl wird der Inhalt in Drehrichtung mitgenommen und abgehoben. Ab einer bestimmten Drehzahl gleiten die festen Bestandteile nach unten. Je höher die Drehzahl ist, desto mehr Abtrag findet statt und desto geringer fällt die Oberflächengüte aus. Die Drehzahl kann nicht beliebig hoch gesteigert werden, da sonst die festen Bestandteile am unteren Ende eine Mulde bilden und bremsend wirken würden. Außerdem besteht die Gefahr, dass Teile zurückprallen und die Oberfläche des Werkstücks beschädigen. Ein Gleitschleifen ist nur bis zu einem Winkel von 70 Grad möglich.
Das Gleitschleifen ist auch unter Trowalisieren® bekannt. Dieser Name stammt von dem Unternehmen Walther Trowal, der das Gleitschleifen in einer Trommel erstmals industriell nutzte.
Vibrationsgleitschleifen
Beim Vibrationsgleitschleifen wird das Werkstück in einen/mehrere Töpfe gegeben, die durch Vibratoren in Schwingung versetzt werden. Das Gleiten/Schleifen geschieht auf Grund der unterschiedlichen Massen zwischen Chip (Schleifkörper) und Werkstück während der negativen Amplitude.
2. Badbeizen:
Beckengröße Länge: 3.000 mm x Breite: 600 mm x Höhe: 1.100 mm
Durch thermische und mechanische Beanspruchungen oder durch Korrosionsprozesse oxidieren Metalle an der Oberfläche. Diese Oxidschicht behindert eine Weiterverarbeitung und muss entfernt werden. Die Metalle werden in der Regel gebeizt, das heißt nasschemisch im Säurebad behandelt. Durch den kontrollierten Einsatz der Säure können bei Heraeus Materials Technology das Einwirken der Beize und der Abtrag an den Oberflächen von vielen verschiedenen Metallen auf das notwendige Maß beschränkt werden. Um unsere hochwertigen Materialien weiterverarbeiten zu können, sind hochreine Metalloberflächen zwingend erforderlich. Heraeus setzt Salz-, Schwefel-, Fluss-, und Salpetersäure sowie Kombinationen daraus ein.